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London bereitet sich auf die olympischen Spiele 2012 vor. Doch nicht nur sportlich werden neue Rekorde erwartet. Auch in Sicherheitsfragen scheint man dem Motto "höher, schneller, weiter" folgen zu wollen.

Guten Abend, London. Mit diesen Worten beginnt die Graphic-Novel-Dystopie "V for Vendetta" von Alan Moore und David Lloyd. Auch "1984" von George Orwell, der Klassiker der düsteren Zukunftsvisionen, spielt in der englischen Hauptstadt. 1984 entstand Ende der vierziger, V for Vendetta Ende der achtziger Jahre, beiden warnten vor einer Zukunft, in der die Gesellschaft vollkommen vom Staat überwacht und kontrolliert wird. Wirft man einen Blick auf die geplanten Sicherheitsvorkehrungen für die olympischen Spiele 2012 in London, scheint es, als hätte man sich dort diese Literatur als Vorbild genommen.

Ein Zaun, 17,5 km lang, geladen mit 5000 Volt, besetzt mit 900 Überwachungskameras, die sowohl bei Tageslicht als auch bei Nacht funktionsfähig sind, eine Kamera alle 50 Meter. Dazu kommen Gesichts- und Iriserkennung, die Registrierung von Finger- und Handabdrücken, eine neue Software, mithilfe derer die Überwachungskameras einer Person durch die Stadt folgen können, sowie Patrouillen mit Such- und Wachhunden. Gerüchten zufolge plant die Londoner Polizei auch den Einsatz unbemannter Überwachungsdrohnen. Was beinahe harmlos erscheint, wenn man bedenkt, dass die Royal Air Force auch ferngesteuerte Drohnen einsetzen will, allerdings bewaffnet mit lasergelenkten Bomben und Raketen, und die Royal Navy ihren neuesten Zerstörer auf der Themse stationiert. Die Seite des britischen Innenministeriums sagt dazu: "Den Schutz und die Sicherheit der Spiele von 2012 zu garantieren wird eine der größten, komplexesten Herausforderungen sein, der Großbritannien jemals gegenüber stand." Bei einer solchen Aussage könnte man fast meinen, der Angriff durch Nazi-Deutschland und die nukleare Bedrohung im Kalten Krieg wären nur lästige Ärgernisse gewesen im Vergleich zu einer seit ihren antiken Anfängen eigentlich friedlichen Sportveranstaltung.

"Es wird angenommen, dass die Bedrohung durch feindliche Individuen, die versuchen, die Eingrenzung zu durchdringen, den Einsatz des CCTV rechtfertigt", so das Handbuch für das "Close Circuit Television"(CCTV), dem Kameraüberwachungssystem für die olympischen Spiele. Allein der Ausdruck "Bedrohung durch feindliche Individuen" erinnert eher an einen Militärstützpunkt in Afghanistan als an den Austragungsort der ältesten Sportveranstaltung der Welt. Der Protagonist in V for Vendetta sagte an einer Stelle: "Ein Volk sollte nicht seine Regierung fürchten. Eine Regierung sollte ihr Volk fürchten." Diesen Satz haben sich die Organisatoren wohl sehr zu Herzen genommen. Denn durch die vorangegangene Definition und die geplanten Sicherheitsmaßnahmen wird ein Generalverdacht gegen alle Besucher und Einwohner Londons geschaffen, der seinesgleichen sucht. Jeder, der nicht zu den Sicherheitskräften gehört, wird damit automatisch zum Verdächtigen und potentiellen Terroristen. Bei der WM in Südafrika sorgt man sich um die Sicherheit. 2012 in London wohl eher wegen der Sicherheit.

Quelle: euro-police.noblogs

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