Bundesinnenminister Thomas de Maizière will die Vergabe von Internet-Adressen verstaatlichen. Die private Verwaltung sei "nicht zukunftssicher", so der CDU-Politiker.
De Maizière hatte sich zuvor mehrfach für mehr staatliche Kontrolle im Internet ausgesprochen. Die nun vorgestellten Pläne könnten als erster Schritt gewertet werden, diese Grundidee in die Praxis umzusetzen.
De Maizière kritisierte, die weitgehend private Kontrolle des Internets sei "keine ausreichende Antwort für die Zukunft." Es sei erstaunlich, dass die Vergabe von Domains durch Privatleute überhaupt funktioniere, so der Minister. Staatliche Einrichtungen müssten eine "Schutzpflicht für sichere Online-Kommunikation" übernehmen. Nur so könne das Vertrauen der Menschen in das Internet - insbesondere für geschäftliche Transaktionen - gesichert werden. Dementsprechend will der Minister auch die genossenschaftlich organisierte DENIC unter staatliche Kontrolle stellen beziehungsweise durch staatliche Stellen ersetzen. Konkrete Pläne, wie das von ihm angestrebte Modell aussehen könnte, nannte de Maizière nicht.
Gegner sehen die Pläne als Möglichkeit für den Staat, schlimmstenfalls auch missliebige Inhalte kontrollieren zu können. Hätte der Staat die Kontrolle über die Domain-Vergabe, könnte er ohne Mitwirkung der Justiz Domains relativ problemlos abschalten. Zudem könnte auch der Betrieb von bestimmten Diensten - wie beispielsweise DNS-Servern - nur noch bestimmten Personengruppen erlaubt werden. Dies würde eine Umgehung der von de Maizière ebenfalls befürworteten Netzsperren erschweren, da diese meist durch Verwendung eines alternativen DNS-Servers praktiziert wird.
Quelle: ZDNet.de

mehr info...!